Langzinkenkamm mit Strich- und Kreisaugenzier, Rinderknochen / Schleswig.

Langzinkenkämme treten schon vereinzelt in der Merowingerzeit auf. 
In Schleswig,wo bei archäologischen Ausgrabungen mehrere Hundert dieser Kämme gefunden wurden, fand sich dieser Kammtyp bereits in Schichten, die sich sicher ins 11. Jahrhundert datieren
lassen. 

Ihre Blütezeit erlebt diese Kammform im 
13. Jahrhundert, was mit einer Änderung
der Haartracht zusammenhängen könnte.
Wozu diese Kämme jedoch genau dienten, 
läßt sich allerdings nicht mehr mit Sicherheit 
sagen. 

In Frage kommt eine Verwendung als Web- oder Flachskamm. Auch wurde vorgeschlagen in ihnen die „Billigware“ als Alternative zu den aufwändigen Dreilagenkämmen zu sehen. Eigene Versuche ergaben, das sich langes Haar sehr gut damit kämmen läßt, ebenso ist eine Verwendung als Steckkamm möglich. 
Da die meisten dieser Kämme gelocht sind, ist davon auszugehen, dass sie mit einem Textil-
oder Lederbändchen  immer „am Mann“ bzw. „an der Frau“ getragen wurden